Samstag, 28. Mai 2011

Katzingers Vitamin-Fibel

Zu einer ausgewogenen Katzenernährung gehören Vitamine. Informieren Sie sich auf dieser Seite um welche es sich handelt und welche Aufgaben sie im Einzelnen erfüllen.

Vitamine verrichten die unterschiedlichsten Aufgaben im Organismus. Sie beeinflussen z. B. die Stoffwechselvorgänge, das Immunsystem, das Sehvermögen u. v. m.

Ein Zuwenig dieser essentiellen Nährstoffe kann auf Dauer zu Mangelerscheinungen, manchmal sogar zum Tode führen. Ein Zuviel kann Vergiftungserscheinungen auslösen. Eine einseitige Ernährung begünstigt das vorgenannte.

Vitamine in Tabletten-, Tropfen- oder Pastenform sind überflüssig, es sei denn, dass Ihr Tierarzt dazu geraten bzw. sie verordnet hat.


Selbstverständlich kann Ihre Katze alters- oder krankheitsbedingt einen Bedarf haben, den nur ein Tierarzt abklären kann. Auch ähneln manche Krankheitsbilder denen von Mangelzuständen, ohne mit diesen etwas zu tun zu haben. Macht die Katze einen kranken Eindruck, verhält sie sich anders als gewohnt, gilt die Devise (und zwar immer!):

Erst zum Tierarzt, dann ins Internet!


Retinol

Auch bekannt als Vitamin A

Leber ist in allen Beutetieren enthalten und wird von Katzen daher täglich (und mehrfach) gefressen. Dazu muss man wissen, dass sich Katzen in freier Natur nicht zweimal am Tag den Bauch vollschlagen, sondern mehrfach auf die Jagd gehen. Sind sie erfolgreich, kommen sie schnell auf 10 kleinere und größere Mahlzeiten (z. B. Insekten, Mäuse, Vögel). Was nun die "zulässige" Menge von Leber anbelangt, sind 100 bis 150 g Leber pro Woche (dies entspricht einem Tagesbedarf von 1500 und 2100 IE (Internationale Einheiten)) absolut ausreichend, um
die Fellnase versorgen. Quelle: www.drquinten.de

Das fettlösliche Retinol ist wichtig für die Augen, für die Haut, die Schleimhäute und das Wachstum. Ein Mangel führt neben Nachtblindheit, zu Augen- und Hauterkrankungen.

Der Gehalt von Retinol in roher Leber ist ca. 30% höher als der in gekochter oder gebratener Leber. Rohe Leber kann (muss aber nicht) Durchfall auslösen. Manche Katzen fressen allerdings keine rohe Leber, weil ihnen der strenge Geruch nicht zusagt. Kurzes Anbraten schließt diesen ein, Kochen verstärkt ihn eher.

Katzen sind übrigens nicht in der Lage, wie wir Menschen, Beta-Carotin (auch Provitamin A genannt) mit Hilfe von Fett in Vitamin A umzuwandeln. Sie sind daher auf eine Zufuhr über ihre Beutetiere angewiesen.

Eine Vitamin-A-Vergiftung entsteht durch jahrelange Fehlfütterung mit dauerhafter Überdosierung. Sie führt zu irreversiblen Schäden wie Verknöcherungen der Halswirbelsäule mit anschließender Einengung des Wirbelkanals. Lähmungen der Vordergliedmaßen und Bewegungsstörungen von Hals und Kopf sind die traurigen Folgen.


Die Vitamine des B-Komplexes:

Die wasserlöslichen Vitamine des B-Komplexes haben eine Reihe von Aufgaben und sind u. a. wichtig für die Nerven, den Stoffwechsel und die Blutbildung, sowie für Haut und Haare. Bei einem Überschuss sind keine negativen Folgen bekannt, da sie im Körper nicht, oder nur geringfügig, gespeichert werden. Ein möglicher Mangel zeigt sich z. B. durch Gewichtsverlust, Hauterkrankungen, Erbrechen, Schwächeanfälle und Durchfall.


Thiamin
Auch bekannt als Vitamin B1

Roher Fisch, besonders fetter, ist öfter als einmal die Woche nicht zu empfehlen. In Fischen sind Enzyme enthalten, die das Vitamin B1 (Thiamin) zerstören. So ein Thiaminmangel kann durch eine reine Rohfisch-Fütterung allzu leicht ausgelöst werden und man sollte sich daher gegen sie entscheiden.

Enthalten in: Fleisch, Weizenkeimen, Bierhefe, Brokkoli, Bierhefe.

"Thiaminmangel-Enzephalopathie der Katze ist eine bei Katzen auftretende metabolisch-toxische Gehirnerkrankung (Enzephalopathie) infolge eines Mangels an Thiamin (Vitamin B1). Sie entspricht damit der Beriberi bzw. der Wernicke-Enzephalopathie des Menschen, der Chastek-Paralyse der Pelztiere und der Zerebrokortikalnekrose der Wiederkäuer. [...]" Auf Wikipedia weiterlesen ...

Da leider auch die kleinen Futterportionen unserer Fellinger zur Überfischung beitragen, möchten wir Sie in diesem Zusammenhang gern auf zwei Fisch-Ratgeber aufmerksam machen:
WWF - Einkaufsratgeber und Greenpeace Fischratgeber.


Riboflavin oder Lactoflavin
Auch bekannt als Vitamin B2 bzw. Vitamin G

Dieses Vitamin spielt für den gesamten Stoffwechsel eine zentrale Rolle.

Mangelerscheinungen: Wachstumsstörungen, Störungen des Zentralnervensystems.

Enthalten in: Muskelfleisch, Petersilie, Innereien, Gemüse.


Niacin, Nicotinsäure
Auch bekannt als Vitamin B3

Dieses Vitamin ist von großer Bedeutung für den Stoffwechsel von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten. Es hat eine antioxidative Wirkung und nimmt an vielen enzymatischen Vorgängen teil. Niacin ist wichtig für die Regeneration von Haut, Muskeln, Nerven und DNA. Niacin findet sich in allen lebenden Zellen und wird in der Leber gespeichert. Katzen können, im Gegensatz zu Hunden, Nikotinsäure nicht im Darm aus Tryptophan synthetisieren. Sie müssen ihren gesamten Bedarf also über das Futter decken. Ein Zuviel erhöht den Harnsäurespiegel und kann zur Bildung von Harnsteinen (Calciumoxalatsteine) führen.

Mangelerscheinungen: Durchfall, Entzündung der Mund-, Magen- und Darmschleimhäute.



Pantothensäure
Auch bekannt als Vitamin B5

Dieser Nährstoff ist beteiligt an der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten, Fetten, Aminosäuren und an der Synthese von Cholesterin.

Mangelerscheinungen: Magenschleimhautentzündung, Bewegungsstörungen.

Enthalten in: Leber und Nieren.



Pyridoxin
Auch bekannt als Vitamin B6

Pyridoxin entfaltet seine Wirkung im Aminosäurestoffwechsel.

Mangelerscheinungen: Muskelschwäche, Wachstumsstörungen, Anämie.

Enthalten in: Innereien, Fisch und Weizenkeimen.



Biotin
Auch bekannt als Vitamin H oder Vitamin B7

Ein Biotinmangel entsteht eigentlich nur durch zu hohe Eiweißgaben im Futter. Eiklar enthält Avidin, ein Enzym welches Biotin im Darm bindet, so dass es unverdaut ausgeschieden wird.

Dieses Vitamin ist wichtig für Haut und Fell ist. Ein Mangel zeigt sich durch Haarausfall und eine besondere Anfälligkeit für Hauterkrankungen. Chronischer Durchfall, aber auch Darmparasiten (z. B. Würmer, Giardien) können möglicherweise zu einem Biotinmangel führen.

Mangelerscheinungen: Glanzloses Fell, Haarausfall, Hautentzündungen, Juckreiz, Verminderung der Fruchtbarkeit und schwache Welpen.

Enthalten in: Leber, Niere, Bierhefe.


"Giardien (Giardia) sind eine Gattung von mikroskopisch kleinen Dünndarm-Parasiten. Sie werden, ähnlich wie Kokzidien, traditionell zu den Protozoen gezählt, d. h. es sind [...]" Auf Wikipedia weiterlesen ...



Folsäure
Auch bekannt als Vitamin B9 oder Folat

Folsäure ist an der Synthese von DNS-Bausteinen beteiligt und daher ein wichtiger Nährstoff in der Schwangerschaft und für die Zellteilung.

Mangelerscheinungen: Anämie, Wachstumsstörungen.

Enthalten in: Leber, Nieren, Hefe und Brokkoli.



Coenzym B12, Cobalamin
Auch bekannt als Vitamin B12

Vitamin B12 ist wichtig für die Zellteilung und Blutbildung, sowie die Funktion des Nervensystems.

Mangelerscheinungen: Störungen des Zentralnervensystems und Anämie.

Enthalten in: Leber, Fleisch, Fisch und Eiern.



Vitamin C
Auch bekannt als Ascorbinsäure

Katzen können aus Glukose Ascorbinsäure in ihrer Leber synthetisieren und benötigen normalerweise keine Futterzugabe dieses Nährstoffes. Allerdings nehmen sie auch über ihre Beutetiere zusätzlich Vitamin C auf. Ob nun zugesetzt werden soll, oder nicht - die Meinungen sind zweigeteilt. Ebenso was ein Zuviel anbelangt. Die Einen meinen, dass durch tägliche Gaben über einen längeren Zeitraum hinweg der Urin übersäuern würde, und somit die Bildung von Harnsteinen (Calciumoxalatsteine) begünstigt würde - die Anderen behaupten, dass das genaue Gegenteil der Fall sei. Fragen Sie am besten den Tierarzt Ihres Vertrauens nach seiner Meinung.



Cholecalciferol, Calciol
Auch bekannt als Vitamin D3

Unter normalen Haltungs- und Fütterungsbedingungen sind Katzen ausreichend mit Vitamin D versorgt. Der Bedarf von Katzen ist verhältnismäßig gering und variiert je nach Quelle zwischen 3,0 µg und 12,5 µg/kg Futtermittel (= 120-500 IE). Besonders im Wachstum ist dieses Vitamin wichtig, um Kalzium zu verarbeiten und stabile Knochen zu entwickeln.

Grundsätzlich muss dabei auf ein günstiges Kalzium-Phosphor-Verhältnis von 1:1 (Literatur: zwischen 0,9:1 und 1,1:1) geachtet werden. Bei einer übermäßigen Phosphor-Aufnahme wird die Resorption (mit Hilfe von Vitamin D) von Kalzium aus dem Darm gehemmt bzw. verhindert.

Umgekehrt behindert ein Zuviel an Kalzium in der Nahrung die Phosphoraufnahme. Dieses spielt eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel und Zahnaufbau. Ferner ist es an fast allen Stoffwechselfunktionen beteiligt, wird als Energiequelle für alle Zellvorgänge benötigt und beteiligt sich am Säure-Basen-Haushalt.

Perfekt auch hier als Futterquelle - die Maus. Sie enthält Knochen (Kalzium) und Fleisch (Phosphor) im richtigen Verhältnis.

Es wird immer wieder behauptet, dass im Haarfett enthaltenes Cholesterol unter Sonneneinstrahlung in Vitamin D3 umgewandelt und anschließend beim Putzen aufgenommen wird. Dies ist nicht belegt und daher zweifelhaft.

Ein Vitamin-D-Mangel kann zu Rachitis (mit den Symptomen der Knochenerweichung bzw. -verbiegung) und vermehrter Neigung zu Frakturen führen.

Bei einem Vitamin-D-Überschuss (Hypervitaminose) kann es zu Skelettdeformationen, Zahnanomalien und Weichteilverkalkungen kommen.

Enthalten in: Fisch, Fischölen, Lebertran, Eidotter, Butter, Rahm, Leber.



"Die Gelbfettkrankheit (Pansteatitis) ist eine Erkrankung des Fettgewebes. Bei einer sehr fetthaltigen Nahrung, welche über einen längeren Zeitraum regelmäßig gegeben wird, kann es bei Katzen zum Mangel von Vitamin-E im Organismus kommen. Katzen verstoffwechseln Fett mit Hilfe dieses Vitamines. Ein Mangel kann zur Folge haben, dass es zur Oxidation der Fettsäuren kommt und sich Peroxide und Hydroperoxide bilden. Dadurch entsteht das Krankheitsbild der Pansteatitis, welches durch eine chronische Entzündung des Fettgewebes und Fettnerkosen gekennzeichnet ist. [...]" Quelle: www.vegan-katze.de


Vitamin E

Vitamin E wirkt vor allem als Antioxidans und schützt sowohl Nahrungsfette wie auch Körperlipide vor Peroxidbildung. Es verhindert die Oxidation der ungesättigten Fettsäuren im Futter und wird daher heute häufig zur natürlichen Konservierung von Futtermitteln eingesetzt. Es wird ebenfalls als wertvoller Fänger freier Radikaler bezeichnet.

Dieses fettlösliche Vitamin ist wichtig für den gesamten Stoffwechsel der Katzen.

Mangelerscheinungen: Fruchtbarkeitsstörungen, Muskelschwäche und Gelbfettkrankheit (Pansteatitis)s. o.

Enthalten in: Fleisch, Fisch - jeweils in geringen Mengen, Vitamin E wird in erster Linie von Pflanzen synthetisiert wird. Im Eigelb soll es ebenfalls in höherer Konzentration enthalten sein.



Vitamin K

Die K-Vitamine 1 und 2 sind in erster Linie außerordentlich wichtig für die Blutgerinnung. Darüber hinaus aber auch für den Knochen-stoffwechsel und die Zellwachstumsregulierung. Katzen sind in der Lage Vitamin K2 in ihrem Darm mit Hilfe der dort lebenden Bakterien zu synthetisieren.

Ob das künstlich hergestellte und giftige (!) sog. Vitamin K3, besser Menadion, noch von der Futtermittelindustrie verwendet wird, ist mir nicht bekannt. Ich möchte aber vorsichtshalber darauf verweisen, dass jeder Tierbesitzer Dosen in denen es enthalten ist im Regal stehen lassen sollte! Die Tierheilpraktikerin Elke Schiffers schreibt dazu: "Menadion oder Vitamin K3: künstlich erzeugtes Vitamin K und dient einzig der Blutgerinnung. Menadion ist in der menschlichen Nahrung verboten. Es darf auch von Humanmedizinern nicht verschrieben werden. In "Tiernahrung" darf das als toxisch erkannte Menadion (K3) zugesetzt werden. Ohne Deklarationspflicht oder Mengenbeschränkung! Seine schädliche, krankmachende Wirkung ist breit gefächert, in fester Form reizt es die Haut und die Atemwege. Menadion schwächt das Immunsystems, die Tiere können an zahllosen Folgeerkrankungen leiden. Vitamin K1 ist gesundheitsfördernd, zeigt die gleiche Nutzwirkung in der Blutgerinnung und beeinflusst zahlreiche Stoffwechselfunktionen positiv. Vitamin K1 ist teurer als K3 und somit für die herstellende Industrie unattraktiv. Es wurden hohe Überdosierungen von Menadion (K3) im Tierfutter festgestellt. Menadion (K3) gelangt über die Nahrungskette in den menschlichen Organismus und lagert sich dort im Gewebe ab."

Mangelerscheinungen: Blutungen, verzögerte Blutgerinnung, schechte Wundheilung, Erschöpfung.

Enthalten in: Eiern und Fleisch, Milchprodukten



Ein äußerst wichtiger Hinweis zum Schluss:


Katzen kann jedes Fleisch angeboten werden. Von rohem Schweinefleisch sollten Sie sich jedoch lieber distanzieren. Dieses kann nämlich das Aujeszky-Virus enthalten. Eine Infektion mit ihm endet immer tödlich! Das Virus kommt angeblich in Deutschland nicht vor, aber das wurde auch irgendwann über BSE gesagt ...


~*~


Dieser Beitrag erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern soll Ihnen lediglich Anregung sein, sich mit diesem für Ihre Fellnase so wichtigem Thema auseinanderzusetzen und eigene Erfahrungen zu sammeln. Dies gilt selbstverständlich auch für den Bedarf Ihrer Katze/n.

Der Ansprechpartner Ihres Vertrauens sollte immer Ihr Tierarzt sein! Achten Sie jedoch unbedingt darauf, dass er sich ernsthaft mit dem Thema Ernährung auseinandersetzt und nicht einfach nur als Erfüllungsgehilfe der Futtermittelindustrie fungiert, um sich so eine zusätzliche Einnahmequelle für seine Praxis zu sichern!


~*~

Wenn Sie es bis hierher geschafft haben, haben Sie sich wirklich eine Pause verdient. Viel Spaß mit der niedlichsten Katze aus dem WWW!



Erstveröffentlichung auf Pagewizz 05.07.2010

Kommentare:

  1. Habe es jetzt erst einmal so überflogen, aber sehr informativ zusammengefasst *daumenhoch*

    Werde es mir in der nächsten Woche einmal genauer durchlesen. :)

    LG
    Marlene

    PS:
    Maru ist schon ein durchgeknalltes Exemplar ;)

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  2. Lass dir ruhig Zeit, liebe Marlene, der Artikel liegt ja nun hier.

    Danke für die Vorschusslorbeeren :)

    Alles Liebe
    Anna

    PS: Cute Maru *lovelovelove*

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Ich danke dir für deinen Eintrag @>->- und freue mich darauf ihn nachher zu lesen! Hab eine schöne Zeit, AnnaFelicitas