Samstag, 25. Juni 2011

Die Gier trägt einen Namen - MONSANTO

Inhalt
1. Wer oder was ist Monsanto?
2. Was macht Monsanto so gefährlich?
3. Noch einmal Schwein gehabt?
4. Unser täglich Brot gibt uns heute ...
5. Transgener Mais
6. Schöne neue Welt
7. Ein Lichtschimmer am Horizont
8. Kampagnen und mehr



Wer oder was ist Monsanto?

Monsanto ist weltweiter Marktführer für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) mit Hauptsitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Das Unternehmen ist, man kann es so frei sagen, eines der umstrittensten der Industriegeschichte. Die 1901 als Chemiehersteller gegründete Firma - vor allem wegen der Giftigkeit ihrer Produkte (u. a. Agent Orange) und der zahlreichen Prozesse berüchtigt - hat sich nach eigenen Angaben im Laufe der 100 Jahre ihres Bestehens "zum Spezialisten für Agrarprodukte entwickelt". Das ist zunächst einmal natürlich begrüßenswert. Ein Wandel vom Saulus zum Paulus in aller Öffentlichkeit - Chapeau meine Damen und Herren von Monsanto. Wenn das keine Überraschung ist! Aber können wir Ihnen auch glauben?


Was macht Monsanto so gefährlich?

In der Landwirtschaft werden heute weltweit Erträge eingefahren von denen die Menschen noch vor 50 Jahren kaum zu träumen wagten. Trotzdem regiert der Hunger in vielen Teilen unseres Planeten, schwächt die dort lebenden Menschen und Tiere, lässt sie krank werden und sterben. Wer je die Bilder von hungernden Kinder, die stumm mit ihren übergroßen Augen in die Welt schauten, gesehen hat, vergisst sie nie wieder.

Der Wunsch zu helfen ist groß, die Mittel des Einzelnen aber zu klein, um tatsächlich etwas bewirken zu können. Ist es da nicht wunderbar, wenn ein milliardenschweres, börsennotiertes Unternehmen auf den Plan tritt, den Hunger dieser Welt zu bekämpfen? Natürlich ist, pardon, wäre das wunderbar - Sie ahnen schon, hier bahnt sich ein vorwitziges 'aber' seinen Weg und es kommt in Form eines Hakens daher. An diesem hängt: Der Patentschutz! Monsanto lässt sich tatsächlich jedes seiner (genmanipulierten) Produkte patentrechtlich schützen und kassiert in der Folge für dessen Nutzung. Nun werden Sie sagen: "Das ist doch vollkommen in Ordnung. Erfindungen müssen vor Missbrauch und unrechtmäßiger Nutzung geschützt werden." Ich stimme Ihnen soweit zu. Lassen Sie uns aber einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen und prüfen, um welche Produkte es sich handelt und wie mit ihnen umgegangen wird.



 © www.oldskoolman.de (gilt für alle hier gezeigten Fotos von Schweinen)


Noch einmal Schwein gehabt?

"Monsanto testete das Erbgut bestimmter Schweinerassen auf das Leptin-Rezeptor-Gen, wodurch die Tiere besonders schnell fett werden. Auf Schweinerassen mit diesem Gen meldete der Konzern 2004 ein Patent an. 2007 verkaufte er es an den US-Schweinezuchtkonzern Newsham Choice Genetics, der mit Monsanto kooperiert. 2008 wurde das Patent erteilt. Mit dem Patent EP 1651777 war nicht nur das Recht auf das Leptin-Rezeptor-Gen sondern auch auf die Schweine selbst verbunden." (Quelle: Greenpeace) Mit anderen Worten, plötzlich waren all diese Schweine 'Konzernprodukte'. Aber nicht nur diese, sondern alle betreffenden Schweine weltweit. Denn sie alle tragen das vorgenannte, mittlerweile patentierte, Gen in sich, weil die Natur es für sie so vorgesehen hat. Nach einer Sammelklage 2009 wurde das Patent vom Europäischen Patentamt (EPA) zurückgenommen. Ein kleiner Erfolg. Gesetzliche Grundlagen, die verhindern, dass Monsanto und Co. Patente auf Nutzpflanzen und -tiere anmelden, fehlen allerdings bis heute.


Um es ganz deutlich zu machen, Monsanto hat diese Schweine nicht gezüchtet bzw. eine neue Rasse entwickelt, oder sogar das Leptin-Rezeptor-Gen erfunden, sondern hat sich Exemplare bestehender Rassen zu Eigen gemacht. Mit Hilfe dieses Patentes hätte der Konzern fortan jeden Bauern zur Kasse bitten können.



Unser täglich Brot gibt uns heute ...

"Monsantos Geschäftsprinzip basiert darauf, den Bauern zu verbieten, was sie seit Jahrtausenden getan haben: aus der Ernte Saatgut für die nächste Aussaat zurückzuhalten", sagt Marie-Monique Robin. Die französische Journalistin hat sich drei Jahre lang mit dem Großkonzern beschäftigt. Die Taktik ist einfach aber effektiv. Zunächst sichert sich Monsanto also das Patent auf eine Pflanze und deren Saatgut. Dann wird es an die Bauern weitergegeben. Selbstverständlich müssen diese sich vertraglich verpflichten, kein Saatgut aus den Ernten zurückzuhalten (s. auch Terminatorsaatgut), sondern jährlich neues um den drei- bis vierfachen Preis von Monsanto zu beziehen. Außerdem verpflichten sie sich, ausschießlich den von Monsanto hergestellten Dünger zu verwenden, was eine weitere Einnahmequelle sichert und den Farmer noch mehr an den Konzern bindet. Last but not least muss Monsanto-Inspektoren der ungehinderte Zugang auf die Felder für mindestens drei Jahre gewährt werden. Monsanto kassiert übrigens vollkommen rechtmäßig Lizenzgebühren auf die Ernten, da auch diese unter den Patentschutz fallen. Ebenso rechtmäßig wird kassiert, wenn fremde Felder mit Saatgut durch Windübertragung kontaminiert werden. Dann geraten plötzlich auch Farmer, die nie etwas mit Monsanto zu tun haben wollten, in die Fänge dieses Riesen. Dies geschieht vor allem in Nord- und Südamerika regelmäßig.

Nach Meinung von Greenpeace und anderen Umweltschützern, die ich absolut teile, gilt Monsanto als weltweit gefährlichster Gentechnik-Konzern. Deutschland schließt sich ebenfalls an und verbietet 2009 per Rechtsprechung die Genmaissorte MON 810. Monsanto hat dagegen Klage eingereicht

Lassen wir doch noch einmal Marie-Monique Robin zu Wort kommen. Sie kritisiert vor allem den politischen Druck, den Monsanto inzwischen aufbaut: "Den Einfluss, den ein multinationales Unternehmen auf demokratische Staaten ausübt, finde ich schockierend", sagt die Journalistin. Sie spielt dabei auf den regen Austausch zwischen Unternehmensvertretern und Regierungs- und Aufsichtsbehörden an, den es vor allem in den USA gegeben hat. Die Liste von Lobbyisten und Überläufern sei lang, sagt Robin. So habe etwa Michael Taylor von der Anwaltskanzlei King & Spalding erst Monsanto vertreten, später arbeitete er direkt bei dem Saatgutmulti. Danach wurde Taylor Vizechef der amerikanischen Zulassungsbehörde für Nahrungs- und Arzneimittel FDA - um dann wieder zurück zu Monsanto zu wechseln.


[...]Transgener Mais, teilweise auch Genmais genannt, bezeichnet gentechnisch veränderten Mais (Gv-Mais)[...] Weiterlesen auf Wikipedia.

[...] Terminator-Saatgut - WAS IST DAS? [...] Weiterlesen auf Forum Umwelt & Entwicklung 


Schöne neue Welt

Natürlich ist es begrüßenswert und wichtig, dass für alle Menschen dieser Erde Nahrungsmittel in ausreichender Menge und Qualität produziert werden. Selbstverständlich ist es ebenso nachvollziehbar, dass Bauern und Farmer größtmögliche Erträge erzielen möchten. Dies ist durchaus im Sinne des Verbrauchers, denn es gilt immer noch große Ernte = kleiner Preis, geringe Ernte = hoher Preis. Man darf dabei aber niemals außer Acht lassen, dass Pflanzen nicht so manipuliert werden dürfen, dass nützliche Tiere von ihnen getötet werden oder Resistenzen aufbauen. Düngemittel dürfen keine Böden zerstören, oder schlimmer noch den menschlichen oder tierischen Organismus schädigen. Jede Manipulation des ökologischen Kreislaufes ist meist der Beginn einer Katastrophe. Dies lehrt uns die Geschichte. Es ist an der Zeit, dass wir etwas mit diesem Wissen anfangen. Es ist aber auch an der Zeit, "Nutz"tiere und -pflanzen, sowie die Süßwasserressourcen zum unantastbaren Allgemeingut der Menschheit zu erklären.


Ein Lichtschimmer am Horizont

Nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti stellte sich Monsanto als hilfsbereite Organisation der Regierung vor und versprach schnellstmöglich 475 Tonnen Saatgut zu spenden. 75 Tonnen der gentechnisch veränderten Saat wurden bisher geliefert. Bei Großdemonstrationen verbrannten Bauern das Saatgut und stellten klar, dass Sie kein gentechnisch verändertes Saatgut möchten.

„Ein neues Erdbeben" - so nannte der Kleinbauernanführer Chavannes Jean-Baptiste der Bauernbewegung Papay (Mouvman Peyizan Papay, MPP) die Nachricht, dass Monsanto 60 000 Säcke (475 Tonnen) Hybridsaat für Mais und Gemüse - zum Teil mit hochgiftigen Pestiziden behandelt - spenden wird. Die MPP plant, Monsantos Saatgut zu verbrennen und hat zu einer Demonstration gegen die Aktivitäten des Unternehmens in Haiti am 4. Juni, zum Weltumwelttag, aufgerufen. 

Ist es nicht beeindruckend, wie sich diese großartigen Menschen trotz der offensichtlichen Lebensmittelknappheit für die Unversehrtheit ihres Bodens und ihrer Pflanzen einsetzen? Oberflächlich betrachtet ja, geht man aber ein wenig in die Tiefe wird deutlich, dass auf der Antilleninsel auch für unser Wohlergehen gekämpft wird. Sollten wir diese mutigen Freiheitskämpfer daher nicht zu unseren Vorbildern erklären, ihnen nacheifern und es ihnen gleichtun?


Kampagnen und mehr
Informieren und beteiligen Sie sich jetzt!


"Kanadischer Landwirt: 'Koexistenz ist nicht möglich'" Ein Interview von foodwatch mit Percy Schmeiser

"Tausend indische Bauern gehen in den Tod"

"Achtung: Monsanto packt in Pakistan seine Kisten mit den Samen aus!"

 
Monsanto - mit Gift und Genen Teil  2/10 
Monsanto - mit Gift und Genen Teil  3/10 
Monsanto - mit Gift und Genen Teil  4/10 
Monsanto - mit Gift und Genen Teil  5/10 
Monsanto - mit Gift und Genen Teil  6/10
Monsanto - mit Gift und Genen Teil  7/10
Monsanto - mit Gift und Genen Teil  8/10
Monsanto - mit Gift und Genen Teil  9/10
Monsanto - mit Gift und Genen Teil 10/10



Erstveröffentlichung auf Pagewizz am 26.07.2010 - daher könnten Kampagnen inzwischen beendet sein. Ich bitte um Verständnis. Vielen Dank!

Kommentare:

  1. Oh ja, solche Spezialisten für Agrarprodukte waren im Vietnamkrieg ganz erfolgreich zu Gange und noch heute kann man die Ergebnisse sehen.
    Schlimm.

    Liebe Grüße an dich, liebe Anna

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  2. oh man ..was eine gut organisierte SAUEREI..hoffe ich darf das so sagen.
    einen Lieben Gruß zu Dir und DANKE für diesen Bericht
    bis dann das katerchen

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  3. Hallo liebe Gudrun,

    leider nur allzu wahr. Und was wird seitens der USA getan, um die geschädigten Menschen zu unterstützen und zu entschädigen? Anwaltsrangeleien wohin man schaut. Bis heute! Es ist einfach armselig.

    im Gegensatz zu dem was die Menschen in den 70ern wussten und erfuhren, schwimmen wir heute nahezu in Wissen. Und was geschieht? Bequemlichkeit, Kurzsichtigkeit und Nicht-wahrhaben-wollen lassen immer noch zu viele gemütlich "am kuscheligen Ofen" verharren. Genau dieses Verhalten lässt Monsanto und Co. aber nahezu ungehindert gewähren. Es ist nicht zu fassen!

    Manchmal weiß ich einfach nicht, was noch geschehen muss, um die Menschen wachzurütteln und sie in Bewegung zu setzen. Dabei würde es doch schon genügen, wenn sie ihre Konsumgewohnheiten ein wenig verändern würden!

    Alles Liebe
    Anna

    Falls es dich interessiert: MILITÄR/816: Erbe des Vietnamkriegs - Folgeschäden von Agent Orange (SB)

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  4. Liebes Katerchen,

    manchmal muss man einfach Dampf ablassen, nicht wahr? ;) Ich kann das gut verstehen!

    Ja, Monsantos Manager und Forscher sind pfiffige Leute. Schade, dass sie ihre Intelligenz und ihr Wirken in die Dienste des Dollars und der Macht gestellt haben! Wie gut könnte man dieses Potenzial für die Verbesserung der Umweltbedingungen und der Bekämpfung des Hungers nutzen ...

    Alles Liebe
    Anna

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  5. Man kann gar nicht genug warnen vor den Praktiken dieser Verbrecherorganisation - danke, Anna!
    Es ist unglaublich, wieweit Monsanto weltweit sein klebriges Spinnennetz gesponnen hat - die werden ihre 'Mietmäuler' bis in die höchsten politischen Kreise platziert haben.

    Liebe Grüße von Christina

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  6. Umso wichtiger finde ich es, dass jeder Verbraucher genau darauf achtet, für welche Produkte und Dienstleistungen er sich entscheidet!

    Was die Verflechtungen in die politischen Kreise anbelangt, liebe Christina, bin ich davon überzeugt, dass auch dort die persönliche Bereicherung vor allem anderen kommt. Auf Moral, Ethik und Demokratie wird in noch nie dagewesenem Ausmaß herumgetrampelt.

    Alles Liebe
    Anna

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  7. Mal ganz abgesehen von der Respektlosigkeit gegenüber der Natur, mit der einfach rumexperimentiert wird ohne Rücksicht auf Verluste, nur um Gewinne um jeden Preis zu machen, halte ich diese ganze Gentechnik halte ich für absolut gefährlich. Das ist ein Eingriff in die Natur, dessen Folgen heute noch keine Mensch abschätzen kann. Und die Praktiken von Monsanto sind absolut verbrecherisch.
    Danke für den Artikel!

    Liebe Grüße
    Mizi

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  8. Guten Morgen liebe Mizi,

    der Mensch ist das fürchterlichste Raubwesen auf diesem Planeten, welches noch nicht einmal vor seinesgleichen halt macht. Ausgestattet mit allem, was dazu beitragen kann ein wahres Paradies zu erhalten und allen seinen Bewohnern ein gutes Leben zu ermöglichen, entscheidet sich die "Krone der Schöpfung" lieber für Mord, Terror, Raubbau und totale Erschöpfung aller natürlichen Ressourcen. Nachvollziehbar ist das alles nicht!

    Was die Folgen dieses Tun und Treibens anbelangt, erschreckt mich am allermeisten, dass - wider besseren Wissens - einfach immer weitergemacht wird.

    Ich danke dir!

    Alles Liebe
    Anna

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  9. Ein wirklich toller Bericht Anna. Es ist doch immer wieder erschreckend was für eine Macht solche Konzerne haben und systematisch die Umwelt kaputt und Menschen/Tiere krank machen. Hast Du kürzlich den Bericht Pakt mit dem Panda gesehen? Sogar der WWF hat da die Finger drin und sowas will eine Naturschutzorganisation sein. Die Doku kann man hier noch anschauen:
    http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/799280_reportage---dokumentation/7495082_der-pakt-mit-dem-panda--was-uns-der-wwf-verschweigt

    LG Soni



    LG Soni

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  10. Liebe Soni,

    es ist erschütternd! Nachdem ich mich vom ersten Schock erholt hatte, habe ich sogleich ein neues Post veröffentlicht (denn diese Information ist zu wichtig, als dass sie zwischen den Kommentaren untergehen sollte) und auch unsere Homepage von allem WWF-Gesiegeltem befreit. Es ist einfach nicht zu fassen!

    Ich freue mich, trotz des ernsten Hintergrundes, darüber, dass dir mein Artikel gefallen hat. Danke!

    Alles Liebe
    Anna

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  11. Tja wie so oft - die Werbung hält meist nicht was sie verspricht :(

    LG Soni

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  12. Das ist wahr!

    Interessant finde ich, dass der WWF so lange im Trüben fischen konnte und ich stellte mir sogleich die Frage, wer in diesem Geheimzirkel noch so mitklüngelt und wieviele Politiker gekauft wurden?

    Nicht zu fassen!

    Alles Liebe
    Anna

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Ich danke dir für deinen Eintrag @>->- und freue mich darauf ihn nachher zu lesen! Hab eine schöne Zeit, AnnaFelicitas