Dienstag, 22. November 2011

Der Panther

Unerreicht gesprochen von Otto Sander (Rilke Projekt "Bis An Alle Sterne" 2001)

Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe
So müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
Und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
Der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
Ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
In der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
Sich lautlos auf. - Dann geht ein Bild hinein,
Geht durch der Glieder angespannter Stille -
Und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke
1875-1926


Kommentare:

  1. Ja, so ein Panther ist ein wunderschönes edles Tier ...

    LG Claudia

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  2. Hallo liebe Claudia,

    ich freue mich besonders darüber, dass ich den Titel des Rilke Projekts auch verlinken konnte. Auf YouTube wurde die Seite damals sehr schnell gesperrt ...

    Alles Liebe
    Anna

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  3. Da bekomme ich Gänsehaut, eigentlich gehören solche Tiere in die Freiheit und nicht hinter Gitter - faszinierende Tiere.

    LG Soni

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  4. Als ich es 2001 zum ersten Mal von Sander gesprochen hörte, ging es mir wie dir, liebe Soni. Und auch heute geht es mir nicht viel anders :)

    Eigentlich müssten alle Zoos abgeschafft werden. Eigentlich ...

    Alles Liebe
    Anna

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  5. Ja eigentlich ... aber wenn wir die Zoos nicht hätten, dann gäbe es evtl. einige wunderbare Tiere nicht mehr, weil die Menschheit sie schon ausgerottet hätte :-(
    Wer weiß, ob diese beeindruckende Schönheit in freier Wildbahn noch ihren Pelz hätte?
    Erst letztens habe ich einen Bericht über ein Zuchtprogramm in Zoos gesehen, um seltene Tiere zu erhalten, die von der Ausrottung bedroht sind.
    Ich denke, den Tieren, die in Zoos geboren wurden geht es so wie unseren Hauskatzen. Sie kennen es nicht anders und auch unsere Stubenhocker fühlen sich in unserem Wohnzimmer wohl, da ihnen der Duft von Freiheit unbekannt ist.
    VG Birgit

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  6. Ja eigentlich ... denn ob die Zuchtprogramme tatsächlich etwas bringen, bezweifel ich inzwischen sehr stark. Zoos haben für mich nur noch insoweit eine Daseinsberechtigung, als dass sie Menschen, die ansonsten kaum noch mit Natur in Berührung kommen, wenigstens einen kleinen Eindruck vermitteln können. Dabei sollte man den Fokus jedoch vermehrt auf einheimische Tiere richten, die inzwischen für viele Zoobesucher wohl exotischer sind, als Giraffe und Co. es je waren.

    Tiere die in der freien Natur einen Bewegungsradius von mehreren hundert Quadratkilometern haben, kann kein Zoo der Welt eine einigermaßen akzeptable Unterbringung bieten.

    Bestes derzeitiges Horrorbeispiel wie manche Menschen den Tierschutz für den Kommerz missbrauchen, ist der Bau der Delfin-Lagune in Nürnberg. Obwohl hinlänglich bekannt ist, dass kein Delfin in Becken artgerecht gehalten werden kann*, und woanders seit Jahren Delfinarien aus Tierschutzgründen geschlossen werden, haben die Verantwortlichen 24 Millionen Euro für ihr neuestes Prestigeobjekt ausgegeben. Soviel Geld steckt man doch nur in eine profitable Sache, oder nicht? Vor allem im Hinblick auf die Tatsache, dass es in Nürnberg in den letzten 12 Jahren nicht gelungen ist, die dort geborenen Delfinbabys am Leben zu erhalten und aufzuziehen. Was genau also ist der Beitrag zum Artenerhalt dieses Zoos?

    * Delphine schwimmen in den Meeren zwischen 100-250 km und tauchen bis zu 500 m tief.

    Wenn Lebensräume komplett zerstört werden, hilft meiner Ansicht nach auch kein noch so gut gemeintes Erhaltungsprogramm, denn wo will man die Nachzuchten denn auswildern? Man züchtet also wissentlich für ein Leben hinter Gittern. Würden wir das auch mit Menschen machen? Wohl kaum. Warum machen wir es also mit Tieren?

    Alles Liebe
    Anna

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  7. Meine liebe Anna,
    es gibt Zoos, die wirklich gute Arbeit leisten zum Erhalt der Großkatzen.
    Bei meiner Antwort ging es nicht um Delphine oder um andere Meeresbewohner oder überhaupt andere Tiere, sondern um Katzen, da sich der Beitrag für mich auf den Panther bezog.
    Im Endeffekt halten wir doch alle unsere Tiere "hinter Gittern", oder etwa nicht?
    Ein Pferd lebt in der Steppe und nicht im Stall. Ein Fisch lebt im Wasser und nicht im Aquarium. Eine Echse gehört nicht ins Terrarium und auch eine Katze hat einen Radius von mehreren Kilometern usw.
    Wenn ich es also genau betrachte, dann züchte auch ich für ein Leben hinter Gittern.
    LG Birgit

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  8. Hallo liebe Birgit,

    ich finde es sehr bereichernd, dass sich ein Meinungsaustausch über den Panther hinaus entwickelt hat, denn letztendlich betrifft das Leben hinter Gittern alle Tiere, mit denen der Mensch sich entschließt zusammenleben zu wollen. Dazu gehören nicht nur Zootiere wie Panther und Delfin, sondern natürlich auch Haustiere. Da stimme ich dir absolut und uneingeschränkt zu. War es z. B. früher für mich ganz selbstverständlich mit Tieren zu leben, stehe ich dem heute um einiges nachdenklicher gegenüber. Vielfältige Überlegungen - von der Futterbeschaffung (andere Tiere müssen ihr Leben lassen) bis hin zur Müllmehrung durch Dosen und Streu und selbstverständlich auch der Freiheitsberaubung, da die Zauberwesen bei uns ja nicht hinaus können - haben mein Denken stark beeinflusst. Wie du ja schon weißt, habe ich mich daher auch dazu entschlossen, nach den Zauberwesen keine Tiere mehr im Haus halten zu wollen, einfach weil ich befürchte, ihnen und der Umwelt nicht in der Form gerecht werden zu können, wie sie es verdienen und brauchen und wenn ich mir noch soviel Mühe gebe. Gleichwohl genieße ich natürlich das Zusammenleben mit Gardi, Akira, Shikoba und dem Babyli ;) über alle Maßen und möchte ihre Gegenwart keine Sekunde missen! Ich weiß, es ist eine schizophrene Situation, aber so ist es nun mal ...

    Alles Liebe
    Anna

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  9. Ja genau, es ist schizophren und wir alle leben in dieser Situation.
    Gäbe es einen Urknall und wir würden zurück in die Steinzeit fallen, was würde der Mensch wohl als erstes machen? Wieder einmal macht er sich die Tiere untertan ohne Rücksicht auf Verluste. Das liegt wohl in der Natur des Menschen - leider.
    LG Birgit

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  10. Genie und Wahnsinn liegen leider häufig nah beieinander ...

    Alles Liebe
    Anna

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  11. Aber dieses Gedicht ist von 1902, und hätte Rilke es nicht geschrieben, hätte uns dieser Blick des Panthers nicht erreicht. 110 Jahre: es geht immer noch unter die Haut, hört nicht auf... Jürgen

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  12. So ist es, lieber Jürgen. SO IST ES!

    Danke, dass du hereingeschaut und einige Zeilen hinterlassen hast.

    Alles Liebe
    Anna

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Ich danke dir für deinen Eintrag @>->- und freue mich darauf ihn nachher zu lesen! Hab eine schöne Zeit, AnnaFelicitas