Samstag, 17. März 2012

Ein besonderes Phänomen - die Geisterzeichnung

Alle Katzen tragen das Gen für Streifen (tabby bzw. lynx), und zwar ausnahmslos. Trotzdem ist nicht bei allen eine entsprechende Zeichnung sichtbar. Verantwortlich hierfür zeichnen die Allele des Agouti-Genlocus. Sie sorgen in ihrer rezessiven Form (aa = non-agouti) dafür, dass das einzelne Haar gleichmäßig durchgefärbt wird und die Streifen unsichtbar bleiben. Treten sie jedoch dominant (AA, Aa = agouti) auf, wie dies bei nahezu allen Wildkatzen der Fall ist, sorgen
sie dafür, dass einzelne Haare in wechselnder Anordnung gebändert werden. Diese Bänderung ist es, die die Streifenzeichnung im Fell der Katze bewirkt.

Katzen mit dem Non-Agouti-Faktor 'aa' tragen keinerlei sichtbare Streifenmuster. Werden diese jedoch nicht vollständig unterdrückt, spricht man von einer Geisterzeichnung, welche sehr häufig bei roten Katzen zu finden ist, aber eben auch bei jungen (noch nicht vollständig ausgefärbten) Katzen, wie unserem Babyli, auf dessen Vorderpfoten z. Z. ein deutliches Streifenmuster zu sehen ist. Wobei die Betonung auf dem "z. Z." liegt, denn in einigen Monaten wird diese Zeichnung verschwunden und der betreffende Bereich einheitlich blau ausgefärbt sein.


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Echte "Lynxe" wie Akira und Shikoba hingegen tragen Merkmale, die Katzen mit Geisterzeichnung fehlen, die es dem geübten Auge jedoch ermöglichen, zwischen beiden klar zu unterscheiden:

Lynx-Katzen haben ausnahmslos helle (fast weiße) Ohrränder und ebensolche Umrandungen der Augen (wie ein Lidstrich). Zudem ist ihr Nasenspiegel in der dunkleren Farbe der Points umrandet. Dieselbe Farbe tragen die Ringel rund um Beine und Schwanz. Auch das deutlich sichtbare 'M' auf der Stirn ist in dieser Farbe eingefärbt. Das Kinn ist hell bis weiß.

* "Lynx" ist das in den USA übliche Synonym für "tabby".



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Da Akiras und Shikobas Pointfarbe creme (Verdünnung von Rot) ist, muss man bei beiden schon ein wenig genauer hinschauen, um die Streifen erkennen zu können. Sie sind jedoch vorhanden und bewirken, dass unsere ohnehin sehr hellen Schätze noch eine Spur heller wirken, als es ihr ungestreiftes Pendant in creme mitted je tun würde.

Wer mehr erfahren möchte, findet auf der Webseite meiner präferierten Züchterin der Weißen Ragdoll, Mrs. Eileen Picket, einige sehr hinreißende seal- und bluefarbene Vertreter im Streifenlook, die sich, wie ich meine, nicht im mindesten vor ihren ungestreiften Schwestern und Brüdern verstecken müssen.
Klick.




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"Interessengemeinschaft Ragdoll" - eine Seite die man kennen sollte.

Außerdem natürlich die Seiten "InfoRagdoll" und "Ragdollseiten" auf unserer Homepage und mein neuester Artikel "Ragdolls haben herrlich blaue Augen ..." hier im Blog.

Die Weiterleitung erfolgt jeweils in einem Extrafenster.

Kommentare:

  1. nein die brauchen sich NICHT verstecken..eine ganz tolle Rasse ist das..
    LG zum Wochenende vom katerchen der nun etwas mehr über Streifen und Färbung gelernt hat.

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    1. Wie schön, liebes Katerchen, dass wir wieder einmal auf einer Welle schwimmen ;) Das freut mich natürlich!

      Deine Wetterprognose war leider richtig. Nach dem gestrigen Sonnentag hat mich heute der Regen geweckt. Davon lassen wir uns aber das WE nicht vermiesen, nicht?!

      Knuddler für Pau.limann und dir Sonne im Herzen :)

      Alles Liebe
      Anna

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  2. Liebe Anna,

    ich bin immer wieder baff, was Dein geübtes Auge so an Katzen entdeckt. Das M auf der Stirn zum Beispiel, das habe ich bei einer meiner Katzen jetzt auch gesehen...
    Interssant, Fraben Bänder und Buchstaben inmitten kleiner Raubtiere...

    Liebe Grüße Rainer

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    1. Naja, lieber Rainer, das ist ja nicht schwer, wenn man weiß, worauf man achten muss. Du hast es doch auch gleich gekonnt ;)

      Gestreifte Katzen tragen alle die im Beitrag beschriebenen Merkmale. Ob es sich nun um Angehörige des Landstraßenadels, um sog. Rassekatzen oder um Wildkatzen handelt.

      Bei einer deiner Schnurrnasen wurdest du schon fündig? Das freut mich sehr, denn nichts ist schöner, als wenn man die trockenen Theorie am lebenden Beispiel nachvollziehen kann!

      Viele Knuddler für deine Bande und für dich einen sonnigschönen Sonntag.

      Alles Liebe
      Anna

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  3. Liebe AnnaFelicitas,
    das habe ich alles nicht gewusst und freue mich, wieder etwas gelernt zu haben.
    In Deine Ragdolls habe ich mich echt total verliebt!
    Schönes Wochenende mit ein nig Frühlingssonnenschein
    wünsche ich Dir
    herzlichst
    moni

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    1. Und mich, liebe Moni, freut, dass du den Artikel interessant gefunden und dich bereichert gefühlt hast. Danke für dieses wunderschöne Kompliment!

      Ragdolls sind auch zum Verlieben gemacht ;) und ich kenne bisher niemanden, dem es gelungen ist, sich ihrem Zauber zu entziehen. Daher sollte man auch niemals "nur mal so zum gucken" zu einem Züchter fahren ;)

      Ich gaube, dass der Sonntag seinem Namen heute alle Ehre machen möchte und so wünsche ich dir viele sonnige Stunden :)

      Alles Liebe
      Anna

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  4. Das ist ja schon interessant zu lesen, eine Wissenschaft für sich :-)
    Herzliche Grüße zum Wochenende von:
    Beate

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    1. Hallo liebe Beate,

      die Welt der Genetik ist ganz bestimmt eine, wie ich finde, äußerst interessante Wissenschaft für sich!

      Einen sonnigfröhlichen Tag zu dir und viele Knuddler für Priska.

      Alles Liebe
      Anna

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  5. Hallo, liebe Anna,
    gefunden habe ich dich unter den Links von Katerchen und fand diesen wunderschönen und interessanten Blog. Hier werde ich wohl regelmäßig 'reinschauen.

    Liebe Grüße, Anke

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    1. Guten Morgen liebe Anke,

      wie schön, dass du - danke des Katerchens - zu uns gefunden hast. Darüber freue ich mich sehr und ich hoffe, dass es dir im Zauberwesenland auch zukünftig gut gefallen wird!

      Schöne ♡ Sonntagsstunden für dich.

      Alles Liebe
      Anna

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  6. Wow, was für Infos! Total interessant.
    Hab ich mit unserem Mallorquinischen Katerchen ja nicht ..., ich lieb ihn auch ohne Rassestammbaum.

    Allerdings gehören die Ragdolls genauso zu meinen Lieblingsrassekatzen, wie die Sibirischen oder Norwegischen Waldkatzen.
    Irgendwie kann ich "nix" mit Kurzhaarkatzen anfangen.
    Wenn also mal tatsächlich ne Rassekatze einziehen sollte, dann ginge die schwierige Suche nach einem seriösen Züchter los.
    Aber ich hoffe mal, dass Baba uns noch viele Jahre begleiten wird und somit stellt sich die Thematik nicht (lt. Pflegestelle ist er als Einzelkatze zu halten).

    Ich wünsche Dir einen schönen Abend und schicke liebe Grüße,
    Annchen

    P.S.: Beitrag für morgen ist vorbereitet :-)
    Und Du ahnst sicher nicht, welches Motiv ich vorbereitet habe *lol*

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    1. Guten Morgen liebe Andrea,

      dein Baba ist ein echter Streifenkater ;) und daher trägt er auch dieselben Merkmale wie Akira und Shikoba. Ob Rassekatze oder Landstraßenadel - die Genetik macht keine Unterschiede (und ich auch nicht!). Vergleiche doch einfach mal. Du wirst staunen :)

      Mir haben es ebenfalls die Halblanghaarigen angetan, wobei ich eindeutig den Ragdolls verfallen bin! Was sie anbelangt, kann ich dir auch mit einer Liste vertrauenswürdiger Züchter helfen. Du findest sie in dem o. g. Link "Ragdollseiten" und ich wünsche dir viel Spaß beim Stöbern! Mit Norwegern kenne ich mich nicht aus und was die Sibs anbelangt, weiß ich nur von einem guten Züchter (http://www.sibirerzucht.de/)

      Wenn Baba als Einzelkatze glücklich ist, würde ich daran auch nichts ändern. Knuddel ihn mal bitte ganz lieb von mir.

      Hab einen guten Start in die Woche ♡

      Alles Liebe
      Anna

      P.S: Hmmm... Ich überlege noch... Was könnte das wohl sein...? *ggg*

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    2. Hihi, ja STREIFEN hat unserer wirkich sehr ausgeprägte ... Geisterzeichnungen gibt es hier nicht :-)

      Ne, so oft ich über eine Zweitkatze auch nachgedacht habe - wenn ich denke, wie Baba in der Pflegestelle gehockt hat, fernab von allen anderen Katzen ..., den Stress muss ich ihm nicht antun!
      Wer weiß schon, ob man ihm damit einen Gefallen tun würde ....
      Außerdem ist er jetzt der PRINZ für uns :-)

      Sollte aber irgendwann Tag X eintreffen, dann würde sicherlich ein Katzenpaar hier einziehen ...
      Ich bin gespannt, ob es dann Ragdolls, Sibis oder Norweger werden könnten ... lach, wahrscheinlich dann doch wieder ein paar "gescheiterte" Existenzen vom Landadel, der armseelig in ner Pflegestelle sitzt ... mein Herz blutet dann immer!

      LG
      Annchen

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    3. Du machst das schon ganz richtig, liebe Andrea, und ich denke, dass, wenn die Zeit eines Tages kommt, du auch dann die richtige Entscheidung treffen wirst ♡

      Gäbe es nur mehr so verantwortungsvolle Tierfreunde wie dich!

      Alles Liebe
      Anna

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  7. Ich muss zugeben, dass ich ein Fan der "Solids" bin, auch wenn ich selber drei Tabbies habe.
    Artos hatte noch sehr lange seine Geisterzeichnung und manchmal kann man sie immer noch erahnen.

    LG,

    Heike

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    1. Hallo liebe Heike,

      wer den Wildlook bevorzugt, kommt an Streifen nicht vorbei und DAS scheint auch die Triebfeder für viele Züchter zu sein. Die Nachfrage regelt halt den Markt. Andererseits ist es - besonders was die Roten anbelangt - äußerst schwierig gut durchgefärbte Tiere zu züchten. Da liegt es doch nahe, den Agoutifaktor zu fördern. Dann fällt die Geisterzeichnung nicht so auf ;)

      Bei meinen "Roten" kann man die Streifen zwar kaum erkennen weil sie einen Verdünnungsfaktor tragen, sie hellen jedoch die Gesamterscheinung auf und DAS ist es, was ich so schön finde, denn im Geheimen träume ich immer noch von einer "Blue Eyed White Ragdoll". Da ich mir die jedoch aus den USA holen müsste, wird dieser Traum wohl ewig einer bleiben.

      Die Geisterzeichnung verliert sich oft erst sehr spät. Ragdolls z. B. entwickeln sich insgesamt fünf Jahre lang und so kann es auch gut sein, dass das Babyli seine Streifen bis zu seinem vierten oder fünften Geburtstag zeigt. Ich lass mich mal überraschen :)

      Alles Liebe
      Anna

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Ich danke dir für deinen Eintrag @>->- und freue mich darauf ihn nachher zu lesen! Hab eine schöne Zeit, AnnaFelicitas