Donnerstag, 19. Mai 2016

Schau mir in die Augen ...

Am Dienstag war es deutlich zusehen: Eines der Jungen hat mit offenen Augen in Richtung Webcam geblickt. Zu erkennen war dies allerdings aufgrund der geringen Bildschärfe lediglich am Leuchten seiner Augen. Das war vielleicht ein Bild! Mutter und Kind nebeneinander mit glühenden Augen im Halbdunkeln - schaurig schön. Natürlich lag die Kamera außer Reichweite, doch am nächsten Tag gelangen mir einige Schnappschüsse, auf denen immerhin ein Babyauge leuchtet.


Quelle: NABU - Vergrößerung per Bildklick - Beste Darstellung im Vollbild (F11)


Dieser Effekt wird ausgelöst, sobald Licht auf das hinter der Netzhaut liegende Tapetum lucidum trifft und von dort reflektiert wird. Solchermaßen zurückgeworfen, durchdringt das Licht die Netzhaut ein weiteres Mal, wodurch die empfindlichen Netzhautrezeporen (Stäbchen) doppelt gereizt werden und so das Katzenauge befähigen, geringe Lichtmengen und ebensolche Hell- bzw. Dunkelunterschiede wahrzunehmen.

Glückliche Katze! Sie verfügt über die dreifache Menge an Rezeptoren, die wir Menschen imstande sind, auszubilden und benötigt daher nur ein Sechstel der Lichtmenge, die wir brauchen, um etwas erkennen zu können. Jede Katze ist somit in der Lage, während der Zeiten der Abend- und Morgendämmerung erfolgreich zu jagen.

Das Tapetum lucidum ist bei vielen weiteren dämmerungsaktiven Tieren zu finden und bildet sich postnatal, also in der Zeit nach der Geburt. So erklärt sich auch, warum Kätzchen mit geschlossenen Augen zur Welt kommen und diese erst einige Tage später öffnen.


Quelle: NABU - Vergrößerung per Bildklick - Beste Darstellung im Vollbild (F11)


Die beiden Geschwisterkinder waren den ganzen Tag über recht aktiv und konnten auch schon über längere Zeiten hinweg ihre schweren Köpfchen heben. Auch ihr dunkles Fell wird nun allmählich heller und es sind auch schon die ersten Flecken auszumachen.

Was ein einziger Tag im Leben eines Katzenwelpen ausmacht, fasziniert mich immer wieder.

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Die zweite Woche im Leben eines Katzenwelpen (Auszug aus der Babyseite unseres Juniors):

Die Knuddelmäuse haben jetzt ihre Augen geöffnet und ihre Ohren aufgerichtet. Sehen und hören können sie trotzdem noch nicht sehr gut. Was die Augenfarbe anbelangt, ist die der fünf Sonntagskinder (Anm. Junior und Geschwister) blau. Ganz so wie bei jedem Katzenkind in diesem Alter. [...] Die Welpen beginnen nun ihren Körper, den ihrer Geschwister und ihre unmittelbare Umgebung zu entdecken.


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Luisa verließ an diesem Tag häufiger das gemeinsame Lager, was darauf hindeuten könnte, dass ihre Jungen bei sehr guter Gesundheit sind und kräftig Milch trinken. Eine Schwangerschaft und das Säugen der Jungtiere kostet eine Kätzin viel Energie, die in Form von Futter regelmäßig nachgeführt werden muss, sonst verlassen sie irgendwann ihre Kräfte und der Milchfluss würde in der Folge versiegen.

Vor einer ihrer "außerhäusigen" Aktivitäten scharrte Luisa eine größere Menge Stroh um die Jungen herum. Ein mögliches Zeichen dafür, dass sie gedachte länger wegzubleiben? Leider konnte ich die Szene nicht weiterverfolgen, da ich selbst das Haus verlassen musste.


Quelle: NABU - Vergrößerung per Bildklick - Beste Darstellung im Vollbild (F11)


Mittwoch, als die kleine Familie früh morgens noch im tiefsten Schlaf lag, entdeckte ich, dass Luisa ihren an ihrem Bauch liegenden Jungen ein behagliches Nest errichtet hatte, indem sie ihren langen buschigen Schwanz so um beide gelegt hatte, dass sie es von allen Seiten weich und warm hatten. Der Schwanz des Schneeleoparden ist ein sehr vielseitiges Werkzeug, auf das ich in einem späteren Beitrag noch näher eingehen werde.


Quelle: NABU - Vergrößerung per Bildklick - Beste Darstellung im Vollbild (F11)


Während seine Familie morgens meist noch durchs Traumland streift, ist Kater Sagar schon im Revier unterwegs, um dort nach dem Rechten zu sehen. So nach und nach sucht er seine bevorzugten Plätze auf und erneuert an bestimmten Stellen Markierungen.

Ich habe ihn auch schon dabei beobachtet, wie er im gestreckten Galopp durch die Schneeleopardenschlucht sauste, als würde ihn der Hafer stechen. Das machen die Zauberwesen ebenfalls gern und sie schauen dabei so glücklich aus, als könnten sie es kaum erwarten, den Tag zu beginnen. Manchmal ist es aber auch so, dass sie im nächsten Augenblick zu einer ihrer Toiletten streben, in der sie dann ein größeres Geschäft absetzen. Dann hatte die "Hin- und Hersauserei" nur den einen Grund, nämlich den Darm in Schwung zu bringen.


Quelle: NABU - Vergrößerung per Bildklick - Beste Darstellung im Vollbild (F11)






Die Webcam im Neunkircher Zoo ist eine Aktion des NABU
Und hier geht's zum Schneeleo-Tagebuch des NABU


Für die Erlaubnis, Bildschirm-Fotos der Webcamübertragung veröffentlichen zu dürfen, danke ich dem NABU-Patenteam sehr herzlich!

Kommentare:

Ich danke dir für deinen Eintrag @>->- und freue mich darauf ihn nachher zu lesen! Hab eine schöne Zeit, AnnaFelicitas