Sonntag, 22. Mai 2016

Menschliche Nutzungsinteressen vs. Recht auf Leben

Um es kurz zu machen: Das OVG Münster hat entschieden, dass das Töten männlicher Küken nicht gegen das Tierschutzgesetz verstoßen würde.

Nach dem Verständnis des Gerichts, so zumindest interpretiere ich die Urteilsbegründung, gehen selbst das grausame Schreddern und Ersticken im Gas mit dem Tierschutzgesetz konform, da das Töten der Küken aus vernünftigem Grund geschehen würde. Offensichtlich wirkt es der Gewinnminderung der Brütereien entgegen, denen finanzielle Einbußen (bedingt durch die Aufzucht männlicher Küken), nicht zugemutet werden können. Das bedeutet nichts anderes, als dass das Töten, mangels wirtschaftlicher (!) Alternativen, schlicht und ergreifend zum Produktionsprozess dazugehört. So viel zum "vernünftigen Grund".

Damit werden einmal mehr die wirtschaftlichen allen anderen Interessen übergeordnet. Gleichfalls wird deutlich, welchen Stellenwert das Tierschutzgesetz, immerhin Bestandteil unseres Grundgesetzes, tatsächlich hat.

Ich hoffe sehr, dass NRW Beschwerde (eine Revision wurde nicht zugelassen) beim Bundesverwaltungsgericht einlegen wird, denn so einem Urteil muss widersprochen werden.

Eine Unterstützung von seiten der Verbraucher ist bestimmt hilfreich und kann mit ein bisschen gutem Willen auch leicht geleistet werden. Dazu muss lediglich das eigene Einkaufsverhalten ein wenig verändert werden (s. u.).


Pressestimmen:


Alternativen: